Montag, 9. Mai 2016

Vom Umgang mit „Fehlerteufeln“



 Wer kennt sie nicht, die vielen kleinen Fehlerteufel, die sich immer irgendwie einschleichen und einem das Leben schwer machen.?

Auch wenn wir uns bemühen und uns aufmerksam bewegen, sorgfältig handeln, die richtigen Entscheidungen treffen und Fehler vermeiden wollen, passiert es dann doch immer mal wieder: ein ‚Fehlerteufelchen‘ schleicht sich wie von ‚Geisterhand‘ ein. Meist fällt es schwer, sich Fehler einzugestehen oder zu erkennen, dass man selbst dieser Fehlerteufel ist, denn das passt so gar nicht in unser Bild von uns selbst, möchten wir doch gerne gut dastehen, fehlerlos und makellos.

Manchmal machen mich meine Fehler traurig, stehen sie doch in keinem Verhältnis zu meinen Bemühungen - wie ich meine. Dann dauert es eine Zeitlang, bis ich mir meine Fehler verzeihen und mich mit meinen Unzulänglichkeiten versöhnen kann. Solche demutsvollen Momente helfen mir „auf dem Boden zu bleiben“. Im Nachhinein bin ich den Fehlerteufeln dankbar und nutze sie zur inneren Einkehr und zur Entschleunigung im Handeln. So machen uns Fehlerteufelchen menschlich.

kumud@web.de

Mein Lebensthema im Mai

Im Mai konzentriere ich mich auf ein Geheimnis im Zusammen leben. Einerseits gilt es Nähe zum anderen Menschen herzustellen, anderseits genügend Raum für die Persönlichkeiten zu lassen. 

 "Lasst Zwischenräume im Zusammenleben." Khalil Gibran


Donnerstag, 21. April 2016

Lachen und spielen



Alltagssituationen erscheinen oft skurril und Begegnungen gestalten sich oft aberwitzig. So manche Verhaltensweise erinnert an archaische Zeiten. Das wird dann besonders spürbar, wenn viele Menschen in relativ kleinem Raum zusammen kommen wie z.B. samstags oder an verkaufsoffenen Sonntagen in der Innenstadt. Der Spaziergang über die Zeil wird dann zu einer Herausforderung, der Weg zwischen Konstablerwache und Hauptwache zu einem Slalom. Manche beherrschen das Umeinander schlängeln nicht. Dann kommt es zu kleinen Zusammenstößen mit so mancher Blessur wie beim Auto-Skooter-Fahren.


Das ist nicht überall so. Bei meinen vielen Aufenthalten in Indien habe ich anderes erlebt. Dort gibt es keine verkehrsberuhigten Straßen, denn alles Leben findet dort statt: Alle schlängeln sich mehr oder weniger zielstrebig zwischen Rikshas, Taxis, Händlern, Lastwagen, Mopeds, Bettlern usw. durch. Lastenträger befördern auf kunstvolle Weise und hochaufgetürmt Ware und beliefern Geschäfte, Straßenstände und Straßenhändler. Baustellen sind überraschend quirlig, sind mit Bambusstangen nur dürftig abgestützt. Zwischendrin werden vorsichtig Kühe umfahren und umgangen. Kaum einer ärgert sich über die vielen Hindernisse auf dem Weg. Alles schwingt und bewegt sich weich miteinander, weicht aus, nutzt entstandene Zwischenräume, lässt Vortritt. Durch die gewohnte Enge des Zusammenspiels vieler Elemente des Alltags bewahren die Menschen ihren eigenen Lebensraum und auch den der anderen. 

Besser miteinander als gegeneinander.



Von oben betrachtet bewegen wir uns auf einer Spielwiese, auf der es manchmal wie auf einer Kirmes zugeht. Mit einer gewissen Spielfreude könnten wir über unsere aberwitzigen Reaktionen und denen der anderen lachen. Lachen über uns selbst, darüber wie unsere Gedanken und Gefühle uns immer mal wieder einen Streich spielen, denn in allen Situationen ist auch immer ein humorvoller Aspekt zu finden.



Lasst und lustvolle Spieler werden.

Montag, 11. April 2016

Ich liebe Herausforderungen


Ganz im Sinne einer griechischen Weisheit:

„Manche Menschen treten in dein Leben ein wie ein Segen, 
andere wiederum wie eine Lektion.“

Ich freue mich über jede Begegnung, über jeden Menschen. Wir alle bilden eine ungeheure Vielfalt.

Sonntag, 27. März 2016

Glück kann man erwarten


Ich glaube, dass wir Menschen mit einem unterschiedlich großen Glückspotential geboren werden. Manche bringen die Fähigkeit, sich an Dingen und Ereignissen zu erfreuen, einfach mit. Ihnen gelingt fast alles, sie sind umgeben von vielen Freunden, Angebote fliegen ihnen zu und Probleme lachen sie einfach weg. Es sieht aus, als würden diese Menschen mit einem Glückssegel dahin gleiten.

Glück ist ein Geschenk, das man aber auch einladen kann, auf die gleiche Weise, wie man einen lang ersehnten Gast erwartet. Man räumt auf, bereitet alles für das Wohlbefinden des Gastes vor, macht sich selbst hübsch und freut sich auf den Besuch. Allein schon diese erwartungsvolle Vorfreude schafft glückliche Momente. Meditation ist eine solche innere Vorbereitung und Einladung an das Glück.

Glück erhält sich durch Achtung und Anerkennung. Mit handwerklichen und verstandesmäßigen Fähigkeiten lässt sich der Alltag bestmöglich organisieren und koordinieren, und doch sind es die geschenkten Momente, die unser Handeln erfolgreich machen und bereichern. Wenn z.B. ein Parkplatz direkt  vor der Tür wartet, sich ein Termin verschiebt, man selbst auch verspätet ist oder ein lang ersehnter Anruf von jemanden kommt, von dem man die Nummer verloren hatte. Der Tag ist voller kleiner und großer glücklicher Momente, die unseren Dank verdienen.

Glück ist eine feinmolekulare, fließende Energie, für die man sich erst sensibilisieren kann. Dies geschieht im Moment bewusster Wahrnehmung und Dankbarkeit.

Freitag, 11. März 2016

Alles hat seine Zeit


Ich bin froh zu leben. Für mich gibt es nur diesen Moment. Am Tage bemühe ich mich so zu leben, dass ich am Abend zufrieden sein werde. Ich möchte durch das Leben mit leichtem Gepäck reisen. Das wird möglich, wenn ich ganz auf mich höre und spüre, welcher Aspekt meiner vielseitigen Persönlichkeit jetzt etwas erlebt. Das Licht des Tages und das Dunkel der Nacht geben mir einen Grundrhythmus.

Der frühe Morgen ist für mich die allerschönste Tageszeit. Es ist die Zeit mit nur wenigen Gedankenbewegungen. Ich stehe schon früh auf, um diese besondere Stille zu genießen, in der ich mir ganz nah bin. Schon der Moment des Erwachens ist wie ein Versprechen, der tröstlich den ganzen Tag in sich enthält. Ich lasse mir ausreichend Zeit und gehe erst danach in einen mit Terminen und Aufgaben vollgepackten Tag. Auch den will ich mit allen Sinnen bewusst erleben.

Erst spät am Abend öffnet sich wieder ein Zeitfenster für die Innenreflektion. Dies ist keine stille Zeit wie am Morgen. Die abendliche Innenschau ist angefüllt mit Spannung, Unruhe und Erschöpfung. Das Tagesgeschehen hat deutliche Spuren in mir hinterlassen, die verarbeitet werden wollen. Ich nehme mir die Zeit zu beobachten wie mich das Erlebte noch immer bewegt, manchmal noch aufwühlt, manchmal noch bedrückt, um dann nach einiger Zeit zur Ruhe zu kommen. Erst dann kann ich beruhigt einschlafen, erholsam durchschlafen und morgens erfrischt aufwachen.

An jedem Morgen erwacht die Welt erneut. Egal, was ich gestern getan habe, ob ich Fehler gemacht habe, falsche oder richtige Entscheidungen getroffen habe, ob ich ärgerlich oder verständnisvoll war,
am heutigen Morgen beginnt ein neuer Tag mit neuen Möglichkeiten. Fehler könnte ich heute korrigieren. Entscheidungen könnte ich heute ändern. Heute könnte ich um Entschuldigung bitten oder jemandem verzeihen. Heute könnte ich weggehen, weitergehen oder stehenbleiben. Heute könnte ich neu starten, neu denken oder neu fühlen.

Wirklich alles hat seine Zeit, in diesem Moment.

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